{"id":109,"date":"2020-06-02T23:59:49","date_gmt":"2020-06-02T21:59:49","guid":{"rendered":"http:\/\/agori.noblogs.org\/?p=109"},"modified":"2020-06-03T17:15:30","modified_gmt":"2020-06-03T15:15:30","slug":"die-toechter-des-kz-aufsehers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agori.noblogs.org\/?p=109","title":{"rendered":"Die T\u00f6chter des KZ-Aufsehers"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\"><em>\u00dcber ideologische Kontinuit\u00e4ten bei den Initiatorinnen der Oldenburger Corona-Demos<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">\u00dcber die Oldenburger Coronaleugner-Demonstrationen wurde bereits mehrmals <a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/plus-oldenburg-stadt\/oldenburg-analyse-zu-oldenburger-corona-protest-es-geht-um-verschwoerung-statt-menschenwuerde_a_50,8,1007290780.html?fbclid=IwAR0TvKu2vS26beL6YCGupqr1sYSnMisgeltVnfasMu7IbueTUIhBZqShhMM\">kritisch berichtet<\/a> und deutlich gemacht, dass im Umfeld dieser Veranstaltungen <a href=\"https:\/\/bgaoldenburg.wordpress.com\/2020\/05\/02\/verschworungsideologien-und-antisemitismus-bei-den-mahnwachen-fur-grundrechte-und-menschenwurde\/\">antisemitisches<\/a> und <a href=\"http:\/\/ferne-welten.com\/?p=2806\">verschw\u00f6rungsideologisches<\/a> Gedankengut <a href=\"https:\/\/gegenesokramoldenburg.wordpress.com\/2020\/05\/02\/oh-oldenburg-von-deinen-verschworungsglaubigen-und-anderen-antisemiten-teil-1\/\">zum Ausdruck<\/a> kommt. <a href=\"https:\/\/agori.noblogs.org\/files\/2020\/06\/Orga-Demos.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Initiatorinnen und Organisatorinnen<\/a> dieser Kundgebungen sind ma\u00dfgeblich Friederike Pfeiffer-de Bruin aus Hatten und ihre Schwester Luise \u00bbIsi\u00ab de Bruin aus Oldenburg.<br \/>\nAuf der sogenannten Oldenburger \u00bbMahnwache f\u00fcr Grundrechte\u00ab am 31.05. thematisierten Friederike Pfeiffer-de Bruin als auch ihre Schwester Isi de Bruin ihren Vater Walther Soyka, der in den 70er Jahren als Antiatomkraftaktivist Bekanntheit erlangte und ihrer Meinung nach f\u00e4lschlicherweise in die rechte Ecke gestellt worden sei. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/sd_6Zl3jvs8?t=2974\">So behauptet Pfeiffer-de Bruin:<\/a> \u201e[E]r wurde dann unter Gewaltanwendung geschleift, indoktriniert und vorbereitet auf einen Krieg\u201c und weiter, dass er in den 90er Jahren seinen Kindern unter Tr\u00e4nen von seinem Einsatz im Zweiten Weltkrieg berichtet habe: \u201eEr hat n\u00e4mlich als einziger diesen Schrecken \u00fcberlebt. Er hat seine Kameraden zerst\u00fcckelt gefunden.\u201c Aufgrund dieser laut Pfeiffer-de Bruin traumatischen Erfahrung \u201ehat er im Grunde desertiert und hat den Krieg verlassen und ist ein Friedensaktivist geworden und hat mit daf\u00fcr gesorgt, dass in diesem Land nur ein Drittel aller AKWs gebaut wurden [&#8230;]\u201cNat\u00fcrlich geht es dabei nur um das \u00bbTrauma\u00ab des Vaters, das Leid seiner Opfer wird mit keinem Wort erw\u00e4hnt.<br \/>\nWarum die Tatsache, dass Soyka Anti-AKW-Aktivist war, ein Argument gegen seine nationalsozialistische T\u00e4terschaft und sein rechtsradikales Engagement in der BRD darstellen soll, bleibt Pfeiffer-de Bruins Geheimnis. Denn der \u00bbHeimat- und Umweltschutz\u00ab war durchaus ein Anliegen des Nationalsozialismus und unsere Recherche legt nahe, dass Soykas nationalsozialistische \u00dcberzeugungen die Grundlage seines Anti-AKW-Engagements bildeten.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Ein deutsches Bed\u00fcrfnis<\/strong><b><br \/>\n<\/b>Ein Beleg zu dem von Friederike Pfeiffer-le Bruins genannten Einsatz ihres Vaters im Zweiten Weltkrieg ist nicht auffindbar. Diese Information taucht lediglich im Wikipediaartikel mit den Zus\u00e4tzen auf, dass dieser in Jugoslawien stationiert war und es sich hierbei um die Selbstauskunft von Soyka selbst handelt. Im Gegensatz dazu ist die Angabe, dass Walther Soyka Mitglied der SS gewesen ist und nach seinen vermeintlichen Kriegserfahrungen als KZ-Aufseher in Hallein bei Salzburg gearbeitet hat, mit <a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000107153625\/wie-oesterreichs-nein-zur-atomkraft-entstand\">Quellen<\/a> <a href=\"http:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/13522769\">belegt<\/a>. Selbst wenn es den Jugoslawieneinsatz gegeben hat, von dem Soyka seinen Kindern erz\u00e4hlte, ist in diesem Zusammenhang die Wortwahl \u00bbdesertieren\u00ab untragbar: Wer auf deutscher Seite desertierte, musste mit der Hinrichtung rechnen oder landete im Zuchthaus und wurde nicht in die Position eines KZ-Aufsehers eingesetzt. Vermuten l\u00e4sst sich eher eine Versetzung: Entweder eine befohlene, da seine Einheit zerschlagen wurde, oder eine freiwillige, indem er selbst um die Versetzung an die \u00bbHeimatfront\u00ab ersucht hat.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist nat\u00fcrlich m\u00f6glich, dass Soyka seinen Kindern seine Rolle als KZ-Aufseher in seinem tr\u00e4nenreichen Gest\u00e4ndnis verschwiegen hat und diese niemals \u00fcber einen derart \u00f6ffentlich bekannten Fakt \u00fcber ihren Vater gestolpert sind. Wahrscheinlicher ist aber, dass die T\u00f6chter dieses unsch\u00f6ne \u00bbDetail\u00ab in der Biographie ihres Vaters bewusst verschweigen. In jedem Fall bleibt Soyka ein T\u00e4ter, der f\u00fcr seinen Einsatz im Konzentrationslager zur Verantwortung h\u00e4tte gezogen werden m\u00fcssen. Den Dienst f\u00fcr die deutsche Volksgemeinschaft statt im Krieg im Konzentrationslager weiterzuf\u00fchren, weist einen nur dann als \u00bbFriedensaktivist\u00ab aus, wenn unter \u00bbFrieden\u00ab eine von ihren \u00bbFeinden\u00ab ges\u00e4uberte deutsche \u00bbVolksgemeinschaft\u00ab verstanden wird. Dass Soykas T\u00e4terschaft nun von seinen beiden T\u00f6chtern verharmlost und verschwiegen wird, passt nur zu gut ins Bild: So wie aus dem nationalsozialistischen T\u00e4ter-Vater ein Opfer des NS gemacht wird, f\u00fchlen sich ja auch die T\u00f6chter als Opfer eines \u00bbneuen\u00ab Nationalsozialismus<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\">1<\/a><\/sup> dessen Erm\u00e4chtigungsgesetz bekanntlich das Infektionsschutzgesetz sei und dessen Judenstern die Aufschrift \u00bbungeimpft\u00ab trage, wie es <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/antisemitismus-bei-corona-leugnern-protest-mit-judenstern-gegen-den-staat\/25806326.html\">dem einschl\u00e4gigen Verschw\u00f6rungsdiskurs<\/a> zu entnehmen ist. Das dahinterstehende Bed\u00fcrfnis entpuppt sich als ein sehr deutsches: sich endlich auch einmal als Opfer f\u00fchlen zu d\u00fcrfen. Denn eines wissen die aufgewachten Deutschen ganz genau: Dass es kein Leid gibt \u2013 und ganz besonders nicht dasjenige, das ihre Vorfahren und \u00bbihr Volk\u00ab den Juden zugef\u00fcgt haben \u2013 mit dem das ihre es nicht aufnehmen k\u00f6nnte.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\">2<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Vom KZ-Aufseher in die Anti-AKW-Bewegung<\/strong><b><br \/>\n<\/b>Doch zur\u00fcck zu Soyka. Das Konzentrationslager Hallein war eines von 169 Au\u00dfenlager des Konzentrationslagers Dachau und lag bei Salzburg. Dieses wurde am 1. September mit 30 H\u00e4ftlingen gegr\u00fcndet und erreichte wenige Monate sp\u00e4ter mit 90 Zwangsarbeitern die volle Besetzung. Das Gel\u00e4nde des KZ umfasste sechs Baracken, die wiederum von Felsen und zus\u00e4tzlichem Stacheldraht die Menschen von einer Flucht abhalten sollten. Inhaftiert waren vor allem politische Gefangene. Es herrschten unmenschliche Lebens- und Arbeitsbedingungen: Misshandlungen durch die Aufseher und vollkommen unzureichende Nahrungsrationen sorgten daf\u00fcr, dass die Inhaftierten oft die einfachen Arbeiten nicht mehr ausf\u00fchren konnten. Die H\u00e4ftlinge wurden dann zur\u00fcck nach Dachau geschickt und durch neue \u00bbersetzt\u00ab. Es wurden durch die Aufseher jedoch auch willk\u00fcrliche Morde an geschw\u00e4chten H\u00e4ftlingen ver\u00fcbt. Das Lager wurde am 5. Mai 1945 von den Alliierten befreit.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\">3<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Wenn wir der Aussage von Pfeiffer-de Bruin glauben wollen, liegt in Soykas Umgang mit seiner Vergangenheit als Vollstrecker der nationalsozialistischen Ideologie der Kern seines Aktivismus gegen die Atomkraft. Der Zusammenhang stellt sich aber etwas anders dar. Um dies n\u00e4her zu beleuchten, lohnt ein Blick auf das Jahr 1926: Richard Soyka gr\u00fcndete im Geburtsjahr seines Sohns Walther einen obskuren \u00bbBund f\u00fcr Volksgesundheit\u00ab in Wien, der der eugenischen Bewegung zuzurechnen ist.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\">4<\/a><\/sup> Laut einem Bericht von Hermann Soyka, dem Bruder Walther Soykas, behandelte der Bund bis 1931 haupts\u00e4chlich Anliegen f\u00fcr ein Verbot von Alkohol unter anderem wegen der \u201eEroberung \u00d6sterreichs durch das Alkoholkapital\u201c. Au\u00dferdem w\u00fcrde eine \u00f6sterreichische Prohibition die Arbeitslosigkeit verringern. Sollte zuvor der \u00bbVolksk\u00f6rper\u00ab ma\u00dfgeblich durch Abstinenz gesunden, ger\u00e4t ab 1931 ein neues Thema in den Fokus: alternative Wirtschaftsformen. Mithilfe von Slogans wie \u201eKauft \u00f6sterreichische Waren!\u201c oder \u201eFort mit dem Geld\u201c werden regionale Wirtschaftsketten propagiert, die nicht mittels Geld, sondern \u00fcber ein Punktesystem abgewickelt werden. In der \u00bbVolkskraft\u00ab, dem Presseorgan des Bundes, werden unter anderem quasi v\u00f6lkische Parallelgesellschaften mit dem Namen \u00bbDeutsche Scholle\u00ab propagiert, die \u201edie heimische Produktion von Urprodukten\u201c erm\u00f6glichen sollen.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\">5<\/a><br \/>\n<\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Der \u00bbBund f\u00fcr Volksgesundheit\u00ab war bis zum \u00f6sterreichischen \u00bbAnschluss\u00ab an Deutschland 1938 aktiv, wurde sodann aufgel\u00f6st und 1946 neu gegr\u00fcndet: Dieses Mal unter der Schirmherrschaft des Sohnes Walther Soyka. Der Tradition des vorherigen Bundes verpflichtet, besch\u00e4ftigte sich der Bund von 1946 bis Ende der 60er Jahre haupts\u00e4chlich mit den Folgen des Nikotin- und Alkoholkonsums und von unterschiedlicher Ern\u00e4hrung. So wird unter anderem Angst vor Fluor gesch\u00fcrt.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\">6<\/a><br \/>\n<\/sup>Von einem \u201eEintrichtern\u201c nationalsozialistischer Ideologie kann also keine Rede sein, denn die Ideologie des \u00bbBundes f\u00fcr Volksgesundheit\u00ab war kompatibel mit derjenigen der Nationalsozialisten und Walther Soyka sorgte daf\u00fcr, dass diese auch in der BRD weiter verbreitet wurde. Sp\u00e4testens ab 1969 wurde der Bund prominenter, da er nun eine weitaus \u00bbschlimmere\u00ab Gefahr f\u00fcr die Gesundheit des \u00bbVolksk\u00f6rpers\u00ab gewittert hatte: Atomkraftwerke. Mittels des Bundes erwirkte Soyka 1969 ein Volksbegehren gegen die vermeintliche \u201eVerseuchung durch AKWs\u201c im Allgemeinen und veranstaltete zwei Sternm\u00e4rsche zu dem AKW Zwentendorf. Interessant ist, dass Soyka seinen \u00bbBund f\u00fcr Volksgesundheit\u00ab ab 1970 eher vernachl\u00e4ssigte und gleichzeitig die \u00bbGesellschaft f\u00fcr biologische Sicherheit\u00ab gr\u00fcndete, die grunds\u00e4tzlich dasselbe Ziel hatte: Den \u00bbVolksk\u00f6rper\u00ab sch\u00fctzen; jedoch nun explizit gegen die Atomkraft. Mittels geringer Modifikation konnte aus einem eugenischen Verein ein Verbund gegen die Atomkraft entstehen. Doch dieser Bund allein schien nicht auszureichen.<\/p>\n<p class=\"western\"><a name=\"_GoBack\"><\/a> Als weiteres Mittel gegen die Atomkraft gr\u00fcndete Soyka im Februar 1976 das \u00bbInstitut f\u00fcr biologische Sicherheit\u00ab in Bremen, das als ein Eintrittsticket f\u00fcr den v\u00f6lkisch-religi\u00f6sen \u00bbBund f\u00fcr Deutsche Gotterkenntnis\u00ab, auch <a href=\"http:\/\/rechte-jugendbuende.de\/?p=1855\">\u00bbLudendorffer\u00ab<\/a> genannt, in die deutsche und \u00f6sterreichische Umweltbewegung verstanden wird, da gleich mehrere hochrangige Mitglieder ebenfalls einflussreiche \u00bbLudendorffer\u00ab waren. Die Ideologie dieser v\u00f6lkisch-antisemitischen Sekte geht zur\u00fcck auf die Antisemitin Mathilde Ludendorffer und ein zentraler Bestandteil ist der Glaube an eine j\u00fcdische Weltverschw\u00f6rung. Die \u00bbLudendorffer\u00ab glauben unter anderem an die Einzigartigkeit von V\u00f6lkern und an die Vererbbarkeit von Ethik sowie Charaktereigenschaften als auch dass das Volk als eine Entit\u00e4t g\u00f6ttlich ist und damit nicht vermischt werden darf.<sup> <a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\">7<\/a><\/sup> Das Gr\u00fcndungsmitglied des Instituts Roland Bohlinger war ein wichtiger Propagandist des \u00bbBunds f\u00fcr Deutsche Gotterkenntnis\u00ab.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\">8<\/a><\/sup> Weitere Mitglieder waren Eberhard Engelhardt als auch Manfred Roeder:<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\">9<\/a><\/sup> Der N\u00fcrnberger Rechtsanwalt Engelhardt war Stadtratskandidat f\u00fcr die NPD und verteidigte die \u00bbLudendorffer\u00ab Bewegung bei einer Verbotsverf\u00fcgung.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\">10<\/a><\/sup> Manfred Roeder vertrat Rudolf Hess als Rechtsanwalt, bevor er Institutsmitglied wurde, organisierte die erste Demonstration zwecks dessen Freilassung, schrieb das Vorwort f\u00fcr \u00bbDie Auschwitz-L\u00fcge\u00ab von Thies Christopherson und veranstaltete einen \u00bbReichstag zu Flensburg\u00ab, bei dem er sich einstimmig als \u00bbSprecher der Reichsvertretung\u00ab w\u00e4hlen lie\u00df. Dies und \u00c4hnliches f\u00fchrte zu mehreren Urteilen gegen ihn, die auch das Berufsverbot als Anwalt nach sich zogen.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\">11<\/a><\/sup> Da Roeder 1978, zwei Jahre nach Institutsgr\u00fcndung, in den Untergrund fl\u00fcchtete<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\">12<\/a><\/sup>, ist anzunehmen, dass er bis zu diesem Zeitpunkt Mitglied von Soykas illustrer Runde gegen die Atomkraft war.<br \/>\nW\u00e4hrend Soykas Kontakte im Institut bereits seine eindeutige Vernetzung in rechtsradikalen Kreisen offenlegen, allerdings nicht ihn selbst in den Fokus r\u00fccken, soll auch noch erw\u00e4hnt werden, dass Soyka sich 1998 als <a href=\"https:\/\/www.hss.de\/fileadmin\/migration\/downloads\/aa12.pdf\">parteiloser Kandidat f\u00fcr die rechtsradikale \u00bbDeutsche Volksunion\u00ab (DVU)<\/a> hat aufstellen lassen.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Eine deutsche Familiengeschichte<\/strong><b><br \/>\n<\/b>Es l\u00e4sst sich zusammenfassen: Walther Soyka war Mitglied der SS, Aufseher eines KZ, das einen hohen \u00bbVerschlei\u00df\u00ab an Zwangsarbeitern durch die wahllosen Misshandlungen der W\u00e4rter aufwies und Teil der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie war. Er lie\u00df den eugenischen und v\u00f6lkischen Verein seines Vaters mit sehr \u00e4hnlicher Ausrichtung in der Nachkriegszeit auferstehen, hatte regen Kontakt zu den \u00bbLudendorffern\u00ab, f\u00fchrte mit diesen und anderen Rechtsextremen einen Verein gegen die Atomkraft und kandidierte f\u00fcr die rechtsradikale \u00bbDVU\u00ab. Wie bei einer solchen Vita davon gesprochen werden kann, dass Walther Soyka lediglich \u201ein die rechte Ecke gestellt\u201c worden sei, ist faktisch nicht nachzuvollziehen, gibt aber Aufschl\u00fcsse \u00fcber das Weltbild der Sprecherin.<br \/>\nAuch Luise de-Bruin aka \u00bbIsi Reicht\u00ab \u00e4u\u00dfert sich im Nachgang <a href=\"https:\/\/agori.noblogs.org\/files\/2020\/06\/Isi-und-Vater.png\">auf Facebook<\/a> dazu:<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote1anc\">13<\/a><\/sup> \u201eEinige seiner Ansichten oder Taten m\u00f6gen umstritten gewesen sein\u201c, aber sie f\u00fchle sich nun auf Grund ihrer \u201efamili\u00e4ren Herkunft diskriminiert\u201c, was quasi Rassismus sei. Man fragt sich aber schon, warum sich de-Bruin von einer Parole wie \u201eIsis Vater ist ein M\u00f6rder und Faschist\u201c auch im Nachhinein noch derart angegriffen f\u00fchlt, wo sie sich doch angeblich mit den \u201eSchattenseiten\u201c seines Vaters auseinandergesetzt hat. Denn mal abgesehen davon, dass Nationalsozialist der treffendere Begriff w\u00e4re, entspricht das leider den Tatsachen. Aber bei einer Person, die vermutet, die rechtsterroristischen und antisemitischen Anschl\u00e4ge von Halle und Hanau seien <a href=\"https:\/\/agori.noblogs.org\/files\/2020\/06\/Inszenierte-Anschl\u00e4ge.png\">\u201ebewusst\u201c inszeniert gewesen<\/a>, braucht man sich wohl \u00fcber nichts mehr wundern. Man <a href=\"https:\/\/agori.noblogs.org\/files\/2020\/06\/Umgang-mit-Rechten.png\">weigert sich ja sogar<\/a>, selbst die alleroffensichtlichsten Rechten wie die <a href=\"http:\/\/antifaelf.blogsport.de\/2018\/06\/24\/imke-barnstedt-bindeglied-zwischen-afd-neuen-rechten-und-militanten-neonazis\/\">Holocaustleugnerin Imke Barnstedt<\/a> von den <a href=\"https:\/\/twitter.com\/roterispe\/status\/1259116442798170115\">Kundgebungen<\/a> auszuschlie\u00dfen, solange \u201ediese Menschen unser Anliegen unterst\u00fctzen\u201c und sich an einem Lippenbekenntnis gegen \u201eExtremismus\u201c nicht allzu sehr st\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"western\">Wer in einer derart \u00f6ffentlichen Art und Weise antisemitisches Gedankengut und Verschw\u00f6rungsideologen verbreitet und mit Rechtsradikalen zusammenarbeitet, wie es die de Bruin-T\u00f6chter tun, muss es sich schon gefallen lassen, dass ideologische Kontinuit\u00e4ten innerhalb der eigenen Familie aufgezeigt werden. Seine Familiengeschichte hat sich niemand ausgesucht, den Umgang damit jedoch schon. Eine kritische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verstrickungen und des rechten, antisemitischen Engagements ihres Vaters h\u00e4tten seine T\u00f6chter vielleicht davor bewahren k\u00f6nnen, nun selbst zu Akteurinnen einer antisemitischen Querfrontbewegung zu werden.<\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\" align=\"left\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Zu den relativierenden NS-Vergleichen auf den Oldenburger Demos vgl. <span style=\"color: #0000ff\"><u><a href=\"https:\/\/bgaoldenburg.wordpress.com\/2020\/05\/02\/verschworungsideologien-und-antisemitismus-bei-den-mahnwachen-fur-grundrechte-und-menschenwurde\/\">https:\/\/bgaoldenburg.wordpress.com\/2020\/05\/02\/verschworungsideologien-und-antisemitismus-bei-den-mahnwachen-fur-grundrechte-und-menschenwurde\/<\/a><\/u><\/span><br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Bevor die Initiatorinnen sich nun \u00fcber \u00bbRassismus gegen Deutsche\u00ab beschweren: Mit \u00bbDeutsch\u00ab ist selbstverst\u00e4ndlich keine ethnische Zuschreibung gemeint, sondern eine Ideologie.<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> vgl. Knoll, Albert (2005): Hallein. In: Der Ort des Terrors: Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 2. 341 \u2013 344; und <span style=\"color: #0000ff\"><u><a href=\"https:\/\/salzburg.orf.at\/v2\/news\/stories\/2517510\/\">https:\/\/salzburg.orf.at\/v2\/news\/stories\/2517510\/<\/a><\/u><\/span><br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> Forstner, Christian (2019): Kernphysik, Forschungsreaktoren und Atomenergie: Transnationale Wissensstr\u00f6me und das Scheitern einer Innovation in \u00d6sterreich. S. 222.<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> Soyka, Hermann (2007): Alternativmedizin und Volksgesundheit &#8211; Organisatorische und diskursive Vernetzung zwischen Gruppen und Personen. Der \u201eBund f\u00fcr Volksgesundheit\u201c. <span style=\"color: #0000ff\"><u><a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/6641682\/Der_Bund_fuer_Volksgesundheit\">https:\/\/www.academia.edu\/6641682\/Der_Bund_fuer_Volksgesundheit<\/a><\/u><\/span><br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> ebd.<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> <span class=\"reference-text\">Florian Mildenberger, <i>Erotik, Polygamie, Muttertum. Die Wandlungen der Mathilde Ludendorff<\/i>, In: Zeitschrift f\u00fcr Geschichtswissenschaft 54, 2006, H. 7\/8, S. 642<\/span>. Auf den antisemitischen Kern der \u00bbLudendorffer\u00ab verwies 1960 etwa der Spiegel: <span style=\"color: #0000ff\"><u><a href=\"https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/43063318\">https:\/\/magazin.spiegel.de\/EpubDelivery\/spiegel\/pdf\/43063318<\/a><\/u><\/span><br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> <a href=\"https:\/\/www.apabiz.de\/archiv\/material\/Profile\/Bohlinger,%20Roland.htm\"><span style=\"color: #0000ff\"><span style=\"color: #6aaaaa\">https:\/\/www.apabiz.de\/archiv\/material\/Profile\/Bohlinger, Roland.htm<\/span><\/span><\/a><br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> Herb, Hartmut, uvm. (1980): Der neue Rechtsextremismus: Fakten und Trends, Winddruck Verlag. S. 157.<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> <span style=\"color: #0000ff\"><u><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-46414875.html\">https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-46414875.html<\/a><\/u><\/span><br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> <span style=\"color: #0000ff\"><u><a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/volker-ruehe-auf-kampfstation_aid_166451.html\">https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/volker-ruehe-auf-kampfstation_aid_166451.html<\/a><\/u><\/span><br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> mehr zu Manfred Roeders Verbrechen und seiner Rolle als Bindeglied zwischen alten Nationalsozialisten und Neonazis: <span style=\"color: #0000ff\"><u><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/einjahrnsu100.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/einjahrnsu100.html<\/a><br \/>\n<\/u><\/span><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote1sym\">13<\/a> Nat\u00fcrlich soll de-Bruin nicht der erw\u00e4hnte Schmerz \u00fcber den verwehrten Abschied von ihrem Gro\u00dfvater abgesprochen werden. Es darf aber durchaus kritisiert werden, dass sie diese mit Sicherheit leidvolle Erfahrung, die durch die aktuelle Corona-Situation entstand, auf einer Verschw\u00f6rungsdemo instrumentalisiert.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber ideologische Kontinuit\u00e4ten bei den Initiatorinnen der Oldenburger Corona-Demos \u00dcber die Oldenburger Coronaleugner-Demonstrationen wurde bereits mehrmals kritisch berichtet und deutlich gemacht, dass im Umfeld dieser Veranstaltungen antisemitisches und verschw\u00f6rungsideologisches Gedankengut zum Ausdruck kommt. Initiatorinnen und Organisatorinnen dieser Kundgebungen sind ma\u00dfgeblich &hellip; <a href=\"https:\/\/agori.noblogs.org\/?p=109\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":15302,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6,5,16,9,4,7],"tags":[20,21,17,18,19],"class_list":["post-109","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-antisemitismus","category-deutsche-zustaende","category-nationalsozialismus","category-oldenburg","category-recherchen","category-verschwoerungsideologien","tag-anti-akw","tag-coronademos","tag-friederike-pfeiffer-de-bruin","tag-luise-de-bruin","tag-walther-soyka"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15302"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=109"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137,"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109\/revisions\/137"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=109"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=109"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agori.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=109"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}